Jusos fordern Distanzierung von „Hinterwäldlerrhetorik“

Veröffentlicht am 05.05.2010 in Pressemitteilungen

- JU hat es nicht begriffen -

Die Jusos im Kreis Heidenheim fordern die Junge Union Heidenheim auf, konkret Stellung zum Positionspapier der Jungen Union Göppingen, der „Eislinger Erklärung“, zu beziehen und sich nicht in rhetorischen Nichtaussagen zu verlieren.

„Wir Jusos sind uns, wie auch die Grüne Jugend und weite Bevölkerungsteile einig, dass die Äußerungen der JU in diesem Papier diskriminierend und absolut geschmacklos sind. Einzelne Bevölkerungsgruppen in dieser Weise zu diffamieren, zeugt von schlechtem Geschmack und Feigheit. Das ist übelste Stammtischrhetorik,“ so der Kreisvorsitzende der Jusos, Sven Hassler.
Die offene Ablehnung der Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit einer „Normalehe“ zeugt von Rückwärtsgewandtheit in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Art von Beziehungen liegt höher, als es die Junge Union zu glauben vermag. Dieses antiquierte Familienbild nach dem Grundsatz „Kinder, Küche, Kirche“ ist seit Jahren überholt, große Bevölkerungskreise glücklicherweise den Ansichten der „Jungen Konservativen“ weit voraus.

Stellvertreterin Lena Wintergerst: "Nach Ansicht der JU gehören alle Frauen scheinbar immer noch hinter der Herd, anders ist die Verurteilung der Förderung von Kinderkrippen nicht zu verstehen. Dabei offenbart selbst die Besetzung von Dax-Vorständen die Notwendigkeit des Ausbaus von Krippenplätzen. Es ist ein Armutszeugnis, dass in Deutschland bis heute nur jeder fünfhundertste Vorstandsposten von einer Frau besetzt ist. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für viele Frauen deshalb immer noch ein frommer Zukunftswunsch."

Böse stößt den Jusos auch die teilweise nahe an rechtsradikaler Rhetorik grenzende Diffamierung von Migranten auf. Die Forderung, in öffentlichen Räumen und an öffentlichen Plätzen mit Deutschland-Fahnen offensiver den Nationalstolz herauszukehren, schien eigentlich längst überwunden. Auch übertriebene Diskussionen über die Integration von Migranten helfen nicht weiter, wenn die Menschen nicht eingebunden werden, diese vielmehr offen aus dem Diskussionsprozess ausgegrenzt werden und deren offene Unterdrückung durch eine Überhöhung des Christentums als vorherrschende Religion eingeleitet. Glücklicherweise schützt das Grundgesetz des Recht auf freie Religionsausübung, für Christen wie auch Muslime und alle anderen Religionsgemeinschaften.

„Der übertriebene Konservativismus, den die Junge Union in die CDU hineintragen möchte ist in Deutschland nicht mehrheitsfähig. Das hat selbst die Kanzlerin erkannt. Selbst sie sucht inzwischen Wähler links der Mitte. Dieses Papier als Reaktion auf den Linksruck der Gesellschaft zu bezeichnen, wird der CDU keine neuen Wählerschichten eröffnen, außer bei Wählern der NPD,“ so der stellvertretende Kreisvorsitzende Mathias Ostertag.

Die Jusos erwarten eine absolute Distanzierung der Jungen Union Heidenheim vom Papier ihrer Göppinger Kollegen. Die aufgeworfenen Thesen sind nicht diskussionsbedürftig, sondern einfach nur gesellschaftsschädigend. Mit Äußerungen dieser Art wird der gesellschaftliche Frieden in Frage gestellt, nicht aber notwendige Diskussionen angestoßen.

 
 
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