Positive Arbeitsmarktzahlen – doch die Situation für Jugendliche bleibt prekär
Positive Arbeitsmarktzahlen – doch die Situation für Jugendliche bleibt prekär
Die Jusos Heidenheim kritisieren das momentane Schönreden von Arbeitsmarktzahlen aus Teilen der Wirtschaft und der Bundesregierung. Zwar sei nichts gegen die allgemeine Euphorie darüber einzuwenden, dass sich durch die raschere Erholung der deutschen Wirtschaft auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt, jedoch werden weiterhin strukturelle Probleme wie die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt nicht ernsthaft angepackt. So werden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) knapp 511.000 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung sein. Jedoch stehen nur 405.000 betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung, womit allein diesen Sommer etwa 106.000 betriebliche Ausbildungsplätze fehlen werden.
„Es ist ein Skandal, dass dieser Umstand völlig diskussionslos bleibt. Stattdessen philosophiert unser Wirtschaftsminister von einer baldigen Vollbeschäftigung innerhalb der nächsten Dekade. Dabei sollte er sich lieber mal darum kümmern, dass in unserer Generation qualifizierte Fachkräfte ausgebildet werden und diese nicht aus dem Ausland geholt werden müssen“, sagt der Juso-Kreisvorsitzende Sven Hassler.
Auch in der Region Ostwürttemberg ist die Lage für Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt prekär. So gab es Ende Juli im Agenturbezirk Aalen 4008 BewerberInnen für Ausbildungsplätze, jedoch nur 2774 betriebliche Ausbildungsstellen. Davon sind zumindest 1011 unversorgte BewerberInnen und 532 BewerberInnen mit einer Alternative zum 30.9. sowie 624 unbesetzte Ausbildungsstellen.
„Diese Statistik zeigt, dass auch in der unserer Region Jugendliche nicht ausreichend Möglichkeiten haben, eine Ausbildungsstelle zu finden. Vielmehr landet die große Zahl der erfolglosen Ausbildungsstellenbewerber in Praktika, beruflichen Vollzeitschulen oder Maßnahmen der Agentur für Arbeit. Diese BewerberInnen sind dann in den Folgejahren die sogenannten Altbewerber, die ebenfalls wieder auf den Arbeitsmarkt strömen“, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Mathias Ostertag.
Daher stößt der Optimismus, den vor allem der Bundesverband der Jungen Union in einer kürzlich verbreiteten Pressemitteilung verbreitet, nur auf wenig Verständnis bei den Jusos. Gerade als Jugendorganisation sollte doch das Interesse der JU darin liegen, dass jeder Altersgenosse die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat.
„Ich würde mir wünschen, dass sich auch die Junge Union mehr für die Belange junger Leute einsetzt, statt dem Gleichklang der Aufschwungsoptimisten zu frönen. Doch die Tatsache, dass in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren (17 Prozent der Altersgruppe) keinen Berufsabschluss haben, ist für uns Jusos inakzeptabel. Denn: Die junge Generation hat ein Recht auf eine Perspektive im Berufsleben, ohne Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung", meint Juso-Chef Hassler.
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