Angesichts der am 30. Juni bekanntgegebenen Arbeitsmarktzahlen
bezeichnen die Jusos die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nach wie vor als prekär. Derzeit fehlen rund 94.000 Ausbildungsplätze, vergleicht man die Zahl der Bewerber in Relation mit den angebotenen betrieblichen Stellen. "In dieser Situation von einem Mangel an Bewerbern zu sprechen, ist zynisch", so der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf am Mittwoch in Berlin.
Den Zweifeln der DGB-Jugend an den Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vom Juni 2010, nachdem zurzeit noch 30.000
Ausbildungsplätze unbesetzt seien, schließen sich die Jusos an. Für seriöse Aussagen über die wirkliche Lage am Ausbildungsmarkt reichen Umfragen und Auswertungen von Lehrstellenbörsen nicht aus, so die Jusos. Daher fordern die Jungsozialisten die Unternehmen auf, zukünftig alle Ausbildungsstellen den Arbeitsagenturen zu melden.
Deutliche Worte fand der Kreisvorsitzende der Heidenheimer Jusos, Sven Hassler: "Schönrechnerei hilft weder den Jugendlichen, die keinen
Ausbildungsplatz erhalten, noch im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel." Laut "Nationalem Bildungsbericht" bleibt das Angebot an Ausbildungsplätzen in fast allen Berufen hinter der Nachfrage zurück. Noch immer landen Jahr für Jahr fast 400.000 Jugendliche im "Übergangssystem" zwischen Schule und Beruf - ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung.
Die Tatsache, dass in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen im
Alter von 20 bis 29 Jahren (17 Prozent) keinen Berufsabschluss haben,
ist für den Nachwuchs der SPD inakzeptabel. "Die junge Generation hat ein Recht auf eine Perspektive im Berufsleben, ohne Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung", so die einstimmige Meinung der Jusos.
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