JU verwechselt Politik mit Party

Pressemitteilungen

Jusos verschärfen Kritik am "Weißwurstverein"

"Ausgerechnet die Jungkonservativen, die sich, wie die „Eislinger Erklärung“ der JU Göppingen offenbart hat, nach rückwärtsgewandten Dogmen sehnen, verwenden Anglizismen wie "Party & Politics", um eine Rechtfertigungsgrundlage für ihre WM-Übertragung präsentieren zu können. Das zeugt wieder einmal von der Unbedachtheit der Jungen Union bei der Formulierung von Thesen und schmälert nur weiter deren Glaubwürdigkeit", so der Juso-Kreisvorsitzende Sven Hassler in einer Stellungnahme zur Kritik der Jungkonservativen an den Jusos. "Man könnte fast zu dem Schluss kommen, für die JU sei das „Public Viewing“ der „Volksempfänger“ der Gegenwart. Doch die letzten Monate schwarz-gelbe Bundesregierung sind nicht in der Wahrnehmung des Bürgers spurlos vorüber gegangen. Der Vertrauensvorschuss ist aufgebraucht", so Hassler weiter.

Nur mit Kopfschütteln blicken die Jusos deshalb auch auf den Wahlkampf der JU zur Kommunalwahl in 2009 zurück. In selbigem hatte die JU Herbrechtingen versucht, Kandidaten unter dem Motto "Party & Politics" in den Herbrechtinger Gemeinderat zu hieven. „Verantwortungsvolle Politik sieht anders aus. Kommunalpolitik ist kein Anlass, fröhliche Feste zu feiern, sondern ernsthaft kommunale Belange zu diskutieren und Verbesserungsvorschläge einzubringen“, mahnt der Kreisvorsitzende der Jungsozialisten an.

Der Kritik der JU Herbrechtingen, dass die Jusos in Herbrechtingen selbst keinen eigenen sogenannten „Stadtverband“ (bei den Jusos eigentlich Arbeitsgruppe) besäße, entgegnen die Jusos, dass man Juso-Mitglied grundsätzlich aus Überzeugung und aufgrund persönlicher Werte und Ideale, nicht aber durch Geburt, wie bei der Jungen Union werde.
„In einen elitären Verein wie die JU wird ja man ja praktisch hineingeboren. Die Mitgliedschaft in der CDU wird einem in die Wiege gelegt, sozusagen über Generationen vererbt. Hier bei den Jusos treffen sich junge Leute, die von den Zielen und Werten der SPD und der Jusos überzeugt sind und für eine gerechtere Gesellschaft eintreten wollen“, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Mathias Ostertag.
Dem fügt die stellvertretende Kreisvorsitzende, Lena Wintergerst, hinzu: "Das sich die JU Herbrechtingen an Formalitäten wie diesen sogenannten Stadtverbänden aufhängt, können wir nicht nachvollziehen; existiert doch nicht nicht einmal eine eigene Internetpräsenz dieses Stadtverbandes. Auch der Kreisverband der JU scheint sich von Herbrechtingen distanzieren zu wollen, sonst wäre die Pressemitteilung sicherlich dort veröffentlicht worden. Das beweist: Nicht einmal elementare Dinge wie eine funktionierende Öffentlichkeitsarbeit kann die JU vorweisen.“
"Von Glück können die örtlichen Jungkonservativen sprechen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Juso-AG Herbrechtingen gäbe“, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Ostertag weiter. „Sonst hätten wir diesen endgültig das politische Fahrwasser in Herbrechtingen abgegraben, inhaltlich wie veranstaltungstechnisch."

Die Jusos hingegen können eine Reihe von erfolgreichen Aktionen in Herbrechtingen im Laufe der vergangenen zwei Jahre vorweisen. So wurde im Vorfeld eines Besuchs des Juso-Landesvorstands im ganzen Landkreis Betriebsbesichtigungen durchgeführt, u.a. die Produktionanlagen bei der Firma Hartmann in Herbrechtingen. Im Hinblick auf die vergangene Bundestagswahl wanderten die Jusos zusammen mit der Bundestagskandidatin Claudia Sünder durch das Eselburger Tal, um Einblicke in dieses wichtige Naturschutzgebiet zu erlangen und Schlussfolgerungen zu ziehen, wie Landschaften dieser Art erhalten werden können. Weiter diskutierten Sünder und die Jungsozialisten mit Jugendlichen über die Möglichkeiten einer Ausbildung bei den Evangelischen Jugendwerken und besuchten deren Ausbildungsbetrieb "Ratsstuben" in Herbrechtingen. Mit ihrer jüngsten Begehung zum maroden Zustand der B19, die Heidenheim und Herbrechtingen verbindet, beweisen doch gerade die Jusos, dass sie kommunalpolitisch tatsächlich Themen aufgreifen und Verbesserungsvorschläge präsentieren wollen.
"Eines ist klar: für alle diese Veranstaltungen können wir unmöglich jedes Mal Pressemitteilungen herausgeben, wir konzentrieren uns stets auf die Wichtigsten“, so Lena Wintergerst. "Aber noch schlimmer wäre es, wenn die JU ständig von ihren Weißwurstfrühstucksexkursionen mit Mandatsträgern und Brauereitests berichten würden, dann bliebe kein Platz mehr für inhaltliche Veranstaltungen".

Die Jusos bedanken sich für die Einladung nach Herbrechtingen zum gemeinsamen Fussball schauen und werden dieser, sofern keine inhaltlichen Veranstaltungen geplant sind, gerne im Zeichen eines gegenseitigen Austausches nachkommen. "Allerdings“, so der Juso-Kreisvorsitzende Sven Hassler in seinen Schlussworten, „möchten wir die JU nicht nur beim verantwortungsvollen Umgang mit ihrem „Freibier“ überwachen, dass sicherlich wieder vom einem großzügigen Sponsor zur Verfügung gestellt wurde, sondern plädieren dafür, dass jeder Besucher dieser Jubelveranstaltung dafür bezahlt und es bestenfalls einem karitativen Zweck zugeführt wird.“

 
 

 

Andreas Stoch, MdL

 

 

SPD ve biz

 

 

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